Eingangspsalm, Epistel und Evangeliumstext
zum Sonntag Trinitatis
in der Ordnung der Bach-Zeit

 

Eingangspsalm
Psalm 112
Preis der Gottesfurchtt

 

Luther-Bibel 1545
 

 

Revidierte Bibel-Ausgabe 1972
 

1 Halelu ia.
WOl dem / der den HERRN fürchtet
Der grosse lust hat zu seinen Geboten.

2 Des Same wird gewaltig sein auff Erden
Das Geschlecht der fromen wird gesegenet sein.

3 Reichthum vnd die fülle wird in jrem Hause sein
Vnd jre Gerechtigkeit bleibet ewiglich.

4 Den Fromen gehet das Liecht* auff im finsternis
Von dem gnedigen / barmhertzigen / vnd gerechten.

5 WOL dem der barmhertzig ist / vnd gerne leihet
Vnd richtet seine Sachen aus / das er niemand vnrecht thue.

6 Denn er wird ewiglich bleiben
Des Gerechten wird nimer mehr vergessen.

7 Wenn eine Plage komen wil
so fürcht er sich nicht
Sein hertz hoffet vnuerzagt auff den HERRN.

8 Sein hertz ist getrost vnd fürcht sich nicht
Bis er seine lust an seinen Feinden sihet.

9 ER strewet aus
vnd gibt den Armen
Sein gerechtigkeit bleibet ewiglich
sein Horn wird erhöhet mit Ehren.**

10 Der Gottlose wirds sehen
vnd wird jn verdriessen
Seine zeene wird er zusamen beissen
vnd vergehen
Denn was die Gottlosen gerne wolten
das ist verloren.

* Das ist / glück vnd heil / mitten in der not.

**2. Cor. 9.

 

1 Halleluja!
Wohl dem, der den HERRN fürchtet,
der große Freude hat an seinen Geboten!

2 Sein Geschlecht wird gewaltig sein im Lande;
die Kinder der Frommen werden gesegnet sein.

3 Reichtum und Fülle wird in ihrem Hause sein,
und ihre Gerechtigkeit bleibt ewiglich.

4 Den Frommen geht das Licht auf in der Finsternis
von den Gnädigen, Barmherzigen und Gerechten.

5 Wohl dem, der barmherzig ist und gerne leiht
und das Seine tut, wie es recht ist!

6 Denn er wird ewiglich bleiben;
der Gerechte wir nimmermehr vergessen.

7 Vor schlimmer Kunde
ürchtet er sich nicht;
sein Herz hofft unverzagt auf den HERRN.

8 Sein Herz ist getrost und fürchtet sich nicht,
bis er auf seine Feinde herabsieht.

9 Er streut aus
und gibt den Armen;
seine Gerechtigkeit bleibt ewiglich.
Seine Kraft wird hoch in Ehren stehen.

10 Der Gottlos wird's sehen,
und es wird ihn verdrießen;
mit den Zähnen wird er knirschen
und vergehen.
Den was die Gottlosen wollen,
das wird zunichte.

 

Epistel-Text
Römer-Brief 8, 18 - 23
Hoffnung und Gewißheit

 

18 Denn ich halte es dafur Das dieser zeit leiden der Herrligkeit nicht werd sey
die an vns sol offenbaret werden.

19
Denn das engstliche harren der Creatur wartet auff die offenbarung der kinder Gottes.
20
Sintemal die Creatur vnterworffen ist der Eitelkeit on jren willen
Sondern vmb des willen der sie vnterworffen hat auff die Hoffnung.

21
Denn auch die Creatur frey werden wird von dem Dienst des vergenglichen wesens
zu der herrlichen Freiheit der kinder Gottes.

22
Denn wir wissen das alle Creatur sehnet sich mit vns vnd engstet sich noch jmer dar.
23 NJcht alleine aber sie Sondern auch wir selbs die wir haben des Geistes erstling
sehnen vns auch bey vns selbs nach der Kindschafft vnd warten auff vnsers Leibes erlösung.

 

18 Denn ich halte dafür, daß dieser Zeit Leiden der Herrlichkeit nicht wert sei,
die an uns soll offenbart werden.

19
Denn das ängstliche Harren der Kreatur wartet, daß Gottes Kinder offenbar werden.
20
Es ist ja die Kreatur unterworfen der Vergänglichkeit - ohne ihren Willen,
sondern um des willen, der sie unterworfen hat - auf Hoffnung

21
denn auch die Kreatur wird frei werden von der Knechtschaft des vergänglichen Wesens
zu der herrlichen Freiheit der Kinder Gottes.

22
Denn wir wissen, daß alle Kreatur sehnet sich mit uns und ängstet sich noch immerdar.
23
Nicht allein aber sie, sondern auch wir selbst, die wir haben des Geistes Erslingsgabe,
sehnen uns auch bei uns selbst nach der Kindschaft und warten auf unsers Leibes Erlösung.

 

Evangliums-Text
Lukas-Evangelium 6, 36 - 42
Wider den Richtgeist

 

36 DARumb seid barmhertzig wie auch ewr Vater barmhertzig ist.
37
Richtet nicht So werdet jr auch nicht gerichtet. Verdampt nicht So werdet jr nicht verdampt.
Vergebet So wird euch vergeben.

38
Gebt So wird euch gegeben. Ein vol getrückt gerüttelt vnd vberflüssig Mas
wird man in ewern schos geben. Denn eben mit dem Mas da jr mit messet wird man euch wider messen..
39 VND er saget jnen ein Gleichnis Mag auch ein Blinder einem Blinden den weg weisen?
Werden sie nicht alle beide in die Gruben fallen?

40
Der Jünger ist nicht vber seinen Meister
Wenn der Jünger ist wie sein Meister so ist volkomen.

41 Was sihestu aber einen Splitter in deines Bruders auge
vnd des Balcken in deinem auge wirstu nicht gewar?
42 Oder wie kanstu sagen zu deinem Bruder Halt stille bruder
ich wil den Splitter aus deinem auge ziehen vnd du sihest selbst nicht den Balcken in deinem auge?
Du Heuchler Zeuch zuuor den Balcken aus deinem auge
vnd besihe denn das du den Splitter aus deines Bruders auge ziehest.

 

36 Seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist.
37
Und richtet nicht, so werdet ihr auch nicht gerichtet. Verdammt nicht, so werdet ihr nicht verdammt .
Vergebt, so wird euch vergeben.

3
8
Gebet, so wird er euch geben. Ein voll gedrückt, gerüttelt und überfließend Maß,
mit dem ihr messet, wird man euch wieder messen.

39
Er sagte ihnen aber auch ein Gleichnis: Kann auch ein Blinder einem Blinden den Weg weisen?
Werden sie nicht alle beide in die Grunbe fallen?

40
Der Jünger ist nicht über seinen Meister
wenn der Jünger volkommen ist, so ist er wie sein Meister.

41 Was siehest du aber den Splitter in deines Bruders Auge,
und des Balkens in deinem Auge wirst du nicht gewahr?

42
Wie kannst du sagen zu deinem Bruder: Halte still, Bruder,
ich will den Splitter aus deinem Auge ziehen, und du siehst selbst nicht den Balken in deinem Auge?
Du Heuchler, zieh zuvor den Balken aus deinem Augen
und siehe dann zu, daß du den Splitter aus deines Bruders Auge ziehest!

 

Bibeltext-Quellen:
Lutherausgabe 1545 in originaler Schreibweise wiedergegeben nach:
- Digitale Bibliothek Band 29: Die Luther-Bibel

- Volksbibel der Deutschen Bibelgesellschaft Stuttgart, 1972

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