Eingangspsalm, Epistel und Evangeliumstext
zum Sonntag Trinitatis
in der Ordnung der Bach-Zeit

 

Eingangspsalm
Psalm 72
Weissagung von Christo
und seinem Reich

 

Luther-Bibel 1545
 

 

Revidierte Bibel-Ausgabe 1972
 

1 Des Salomo.
Gott gib dein Gericht dem Könige
 Vnd deine Gerechtigkeit des Königes Sone.

    2 Das er dein Volck bringe zur Gerechtigkeit
Vnd deine Elenden rette.

    3 Las die Berge den Frieden bringen vnter das Volck
Vnd die Hügel die Gerechtigkeit.

    4 ER wird das elende Volck bey Recht erhalten
vnd den Armen helffen
Vnd die Lesterer zeschmeissen.

    5 Man wird dich fürchten
so lange die Sonne vnd der Mond weret
Von Kind zu kindes kinden.

    6 ER wird herab faren wie der Regen auff das fell*
Wie die tropffen
die das Land feuchten.

    7 Zu seinen zeiten wird blühen der Gerechte
vnd grosser Friede
Bis das der Mond nimer sey.

    8 ER wird herrschen von eim Meer bis ans ander
Vnd von dem Wasser** an bis zur Welt ende.

    9 Fur jm werden sich neigen die in der Wüsten
Vnd seine Feinde werden staub lecken.

    10 Die Könige am Meer vnd in den Jnsulen werden Geschencke bringen
Die Könige aus Reicharabien vnd Seba werden Gaben zufüren.

11 Alle Könige werden jn anbeten
Alle Heiden werden jm dienen.

    12 DEnn er wird den Armen*** erretten der da schreiet
Vnd den Elenden der keinen Helffer hat.

    13 ER wird gnedig sein den geringen vnd armen
Vnd den Seelen der armen wird er helffen.

    14 Er wird jre Seele aus dem Trug vnd Freuel erlösen
Vnd jr Blut wird thewr geacht werden fur jm.

    15 Er wird leben
vnd man wird jm vom Gold aus Reicharabien geben
Vnd man wird jmerdar fur jm beten
Teglich wird man jn loben.

    16 AVff Erden oben auff den Bergen wird das Getreide dick stehen
Seine frucht wird beben***wie Libanon
Vnd wird grünen in den Stedten
wie gras auff Erden.

    17 Sein Name wird ewiglich bleiben
so lange die Sonne weret wird sein Name auff die Nachkomen reichen*****
Vnd werden durch denselben gesegenet sein
Alle Heiden werden jn preisen.

    18 GElobet sey Gott der HERR der Gott Jsrael
Der alleine Wunder thut.

    19 Vnd gelobet sey sein herrlicher Name ewiglich
Vnd alle Land müssen seiner Ehre vol werden

Amen  Amen.

    20 Ein ende haben die Gebet Dauids
des sons Jsai.

Appendix

* Wie Gideon geschach.

** Das ist vom Jordan.

** Ein König der Armen schreienden.

*** Das ist
Der berg Libanon stehet dick von bewmen vnd bebet wenn der wind webd.
So dick wird auch das Euangelium stehen vnd beben in den Stedten.
Das ist
Es wird das Euangelium vnd die Christen reichlich wachsen vnd zunemen.

**** Das ist
Man wird seinen Namen jmer predigen fur vnd fur
ob gleich die Alten sterben
so thuns die Nachkomen.

 

1 Von Salomo.
Gott, gib dein Gericht dem König,
und deine Gerechtigkeit dem Königssohn

2 daß er dein Volk richte mit Gerechtigkeit
und deine Elenden rette.

3 Laß die Berge Frieden bringen für das Volk
und die Hügel Gerechtigkeit.

4 Er soll den Elenden im Volk Recht schaffen
und den Armen helfen
und die Bedränger zermalmen.

5 Er soll leben, solange die Sonne scheint
und solange der Mond währt,
von Geschlecht zu Geschlecht.

6 Er soll herabfahren wie der Regen auf die Aue,
wie die Tropfen,
die das Land feuchten.

7 Zu seinen Zeiten soll blühen die Gerechtigkeit
und großer Friede sein,
bis der Mond nicht mehr ist.

8 ER soll herrschen von einem Meer bis ans Andere,
und von dem Strom bis zu den Enden der Erde.

9 Vor ihm sollen sich neigen die Söhne der Wüste,
und seine Feinde sollen Staub lecken.

10 Die Könige von Tarsis und auf den Inseln sollen Geschenke bringen,
die Könige aus Saba und Scheba sollen Gaben senden.

11 Alle Könige sollen vor ihm niederfallen
und alle Völker ihm dienen.

12 Denn er wird den Armen erretten, der um Hilfe schreit,
und den Elenden, der keinen Helfer hat.

13 Er wird gnädig sein den Geringen und Armen,
und den Armen wird er helfen.

14 Er wird sie aus Bedrückung und Frevel erlösen
und ihr Blut ist wert geachet vor ihm.

15 Er soll leben
und man soll ihm geben vom Gold aus Saba.
Man soll immerdar für ihn beten
und ihn täglich segnen.

16 Voll stehe das Getreide im Lande bis oben auf den Bergen;
wie am Libanon rausche seine Frucht.
In den Städten sollen sie grünen
wie das Gras auf Erden.

17 Sein Name bleibe ewiglich;
solange die Sonne währt, blühe sein Name.
Und durch ihn sollen gesegnet sein alle Völker,
und sie werden ihn preisen.

18 Gelobet sei Gott der Herr, der Gott Israels,
der allein Wunder tut!

19 Gelobet sei sein herrlicher Name ewiglich,
und alle Lande sollen seiner Ehre voll werden!

Amen ! Amen!

20 Zu ende sind die Gebete Davids,
Des Sohnes Isais.

 

Epistel-Text
1. Johannes-Brief 3, 13 - 18
Die Bruderliebe

 

13 Verwundert euch nicht meine Brüder ob euch die welt hasset.
14
Wir wissen das wir aus dem Tode in das Leben komen sind
Denn wir lieben die Brüder.
Wer den Bruder nicht liebet der bleibet im Tode

15
Wer seinen Bruder hasset der ist ein Todschleger
Vnd jr wisset das ein Todschleger hat nicht das ewige Leben bey jm bleibend.

16
DAran haben wir erkand die Liebe das er sein Leben fur vns gelassen hat
Vnd wir sollen auch das Leben fur die Brüder lassen.

17
Wenn aber jemand dieser welt Güter hat vnd sihet seinen Bruder darben
vnd schleusst sein Hertz fur jm zu Wie bleibet die liebe Gottes bey jm?

18
Meine Kindlin Lasst vns nicht lieben mit worten noch mit der zungen
Sondern mit der that vnd mit der warheit.

 

13 Verwundert euch nicht, meine Brüder, wenn euch die Welt hasset.
14
Wir wissen, daß wir aus dem Tode in das Leben gekommen sind:
denn wir lieben die Brüder.
Wer nicht liebt, der bleibt im Tode.

15
Wer seinen Bruder hasset, der ist ein Totschläger,
und ihr wisset, daß ein Totschläger nicht hat das ewige Leben in ihm bleibend.

16
Daran haben wir erkannt die Liebe, daß er sein Leben für uns gelassen hat
und wir sollen auch das Leben für die Brüder lassen.

17
Wenn aber jemand dieser Welt Güter hat und sieht seinen Bruder darben
und schließt sein Herz vor ihm zu, wie bleibt die Liebe Gottes in ihm?

18
Meine Kindlein, lasset uns nicht lieben mit Worten noch mit der Zunge,
sondern mit der Tat und mit der Wahrheit.

 

Evangelium-Text
Lukas-Evangelium 14, (15) 16 - 24
Das grosse Abendmahl

 

15 DA aber solchs höret einer der mit zu Tisch sass
sprach er zu jm Selig ist der das Brot isset im reich Gottes.

16
Er aber sprach zu jm. Es war ein Mensch der machte ein gros Abendmal
vnd lud viel dazu.

17
Vnd sandte seinen Knecht aus zur stunde des Abendmals zu sagen
den geladenen Kompt
denn es ist alles bereit.

18
Vnd sie fiengen an alle nach einander sich zu entschüldigen.
Der erste sprach zu jm Jch habe einen Acker gekaufft vnd mus hin aus gehen
vnd jn besehen Jch bitte dich entschüldige mich.

19
Vnd der ander sprach Jch hab fünff joch Ochsen gekaufft
vnd ich gehe jtzt hin sie zu besehen
Jch bitte dich entschüldige mich.

20
Vnd der dritte sprach Jch habe ein Weib genomen Darumb kan ich nicht komen.
21
VND der Knecht kam vnd saget das seinem Herrn wider.
Da ward der Hausherr zornig vnd sprach zu seinem Knechte
Gehe aus bald auff die strassen vnd gassen der Stad
vnd füre die Armen vnd Krüpel vnd Lamen vnd Blinden herein.

22
Vnd der Knecht sprach Herr es ist geschehen was du befolhen hast
Es ist aber noch raum da.

23
Vnd der Herr sprach zu dem Knechte Gehe aus auff die Landstrassen
vnd an die Zeune vnd nötige sie her ein zu komen Auff das mein Haus vol werde.

24
Jch sage euch aber Das der Menner keiner die geladen sind
mein Abendmal schmecken wird.

 

15 Da aber solches hörte einer, der mit zu Tische saß,
sprach der zu ihm: Selig ist, der das Brot isset im Reich Gottes!
16 Er aber sprach zu ihm: Es war ein Mensch, der machte ein großes Abendmahl
und lud viele dazu.

17
Und sandte seinen Knecht aus zu der Stunde des Abendmahls,
zu sagen den Geladenen:
Kommt, denn es ist alles bereit!

18
Und sie fingen an alle nacheinander, sich zu entschuldigen.
er erste sprach zu ihm: Ich habe einen Acker gekauft
und muß hinausgehen und ihn besehen ich bitte dich, entschuldige mich.

19
Und der andere sprach: Ich habe fünf Joch Ochsen gekauft,
und ich gehe jetzt hin, sie zu besehen
ich bitte dich entschuldige mich.

20
Und der dritte sprach: Ich hab ein Weib genommen darum kann ich nicht kommen.
21
Und der Knecht kam und sagte das seinem Herrn wieder.
Da war der Herr zornig und sprach zu seinem Knechte:
Gehe schnell hinaus auf die Straßen und Gassen der Stadt
und führe die Armen und Krüppel und Blinden und Lahmen herein.

22
Und der Knecht sprach zu : Herr, es geschehe, was du befohlen hast
es ist aber noch Raum da.

23
Und der Herr sprach zu dem Knechte: gehe aus auf die Landstraße
und nötige sie hereinzukommen, auf daß mein Haus voll werde.

24
Denn ich sage euch, daß der Männer keiner, die geladen waren,
mein Abendmahl schmecken wird.

 

Bibeltext-Quellen:
Lutherausgabe 1545 in originaler Schreibweise wiedergegeben nach:
- Digitale Bibliothek Band 29: Die Luther-Bibel

- Volksbibel der Deutschen Bibelgesellschaft Stuttgart, 1972
  Auflage von  1983

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